Plastik vermeiden im Alltag - einfach Tipps und Tricks

Mit Plastik überdeckte Sandstrände, in Plastikmüll verhedderte Tiere, Müllinseln im Pazifik, Mikroplastik in den Gewässern – diese unschöne Liste an Folgen unseres hohen Konsums an Plastik lässt sich leider noch lange weiterführen. Aber nicht nur die Natur kämpft mit unserem Müll, auch unsere eigene Gesundheit kann durch manche Inhaltsstoffe im Plastik negativ beeinfluss werden.

 

Viele Plastik-Produkte können jedoch ganz leicht durch plastikfreie Alternativen ersetzt werden. DIY-Anleitungen finden sich überall im Netz. Einzelne einfach herzustellende Produkte sowie einfache Alternativen zu Plastik beim Einkaufen sollen im Folgenden vorgestellt werden.

Alternativen zu Plastikprodukten selbst machen

Pflanzenöl mit Zucker - ein Ersatz für Handcreme aus der Tube

Haushaltszucker und Olivenöl. Bild: Lucia Tischer
Haushaltszucker und Olivenöl. Bild: Lucia Tischer

 

 

Fast jede eingekaufte Handcreme ist in eine Plastik-Tube oder ein Schraubglas aus Plastik verpackt. Um die Hände geschmeidig zu halten genügt aber auch eine selbstgemachte Handpflege aus Pflanzenöl und Zucker – Zutaten, die man eigentlich immer zu Hause hat.


Anleitung: Ein Teelöffel Zucker wird in die hohle Hand gegeben und mit einem kleinen Schuss Pflanzenöl nach Wahl (z.B. Olivenöl, Rapsöl, Sonnenblumenöl) übergossen. Danach wird die Mischung vorsichtig über beide Hände verteilt und mehrere Minuten überall gut einmassiert.
Die Zuckerkörnchen sorgen dabei für einen Peeling-Effekt, der alte Hautschuppen entfernt, das Öl versorgt die Haut mit Feuchtigkeit.
Zum Schluss alles mit warmem Wasser und ohne Seife abspülen. Hände abtrocknen – fertig!

 

Haut-Kur fürs Gesicht in drei Schritten – spart neben Plastik auch Geld

Wascherde, Honig und Kokosöl. Bild: Lucia Tischer
Wascherde, Honig und Kokosöl. Bild: Lucia Tischer

 

Hautkuren fürs Gesicht kosten oft eine Menge Geld, und richtig überzeugend sind die Ergebnisse dann manchmal doch nicht. Zudem sind sie in Plastik verpackt, wenn man sie kauft. Diese DIY-Kur fürs Gesicht kommt ohne Plastik aus. Folgendes wird benötigt:

 

Wascherde: Wascherde besteht aus sehr fein gemahlenen Tonmineralen, die eine sehr sanfte Reinigung mit leichtem Peeling-Effekt ermöglichen. Verkauft wird Wascherde z.B. in Bio-Supermärkten.

 

Honig: Honig schmeckt nicht nur gut, sondern enthält auch Enzyme, Vitamine, Mineralstoffe, Antioxydanzien, Säuren und Eiweiße. Einige der Inhaltsstoffe haben sehr positive Effekte auf die Gesundheit unserer Haut.

 

Kokosöl: Kokosöl eignet sich sehr gut als Hautcreme, nicht nur im Gesicht, sondern auch für alle anderen Hautpartien und sogar als Haaröl. Da Kokosöl bei etwa 25 °C schmilzt, lassen sich auch geringe Mengen sehr gut und gleichmäßig verteilen. Am besten kaltgepresstes Öl in Bio-Qualität kaufen.

 

Anleitung:

 

1.       Einen Teelöffel Wascherde (aus dem Bio-Supermarkt) in einer Schüssel mit etwas Wasser zu einer cremigen, dickflüssigen Masse verrühren.      Diese Masse mit den Fingern aufnehmen, überall im Gesicht verteilen und wie ein Peeling einige Zeit gut einmassieren. Mit warmem Wasser      abwaschen und das Gesicht abtrocknen.

2.       Einen halben Teelöffel Honig mit den Fingern im Gesicht verteilen. Vorsicht: Honig erwärmt sich durch die Körperwärme und wird flüssig!            Deshalb nicht zu viele benützen und nicht zu nah an die Augen verteilen.

 

3.       Einen halben Teelöffel Kokosöl in den Handflächen verteilen. Das Öl wird nach kurzer Zeit flüssig, daher reicht oft auch eine sehr kleine                Menge. Mit den eingeölten Handflächen nun das Gesicht eincremen. Überschüssiges Öl kann mit warmem Wasser oder einem feuchten            Waschlappen entfernt werden, muss aber nicht.

Haare Waschen mit Erde? Na klar!

Wascherde. Bild: Lucia Tischer
Wascherde. Bild: Lucia Tischer

 

Die Wascherde, die zuvor auch in der Gesichts-Kur vorkam, kann wegen ihrer reinigenden Wirkung auch zum Haarewaschen benützt werden. Die Waschwirkung beruht dabei nicht auf Seifenmolekülen oder Tensiden wie bei gewöhnlichen Shampoos, die oft auf Erdöl basieren und zudem in Plastik verpackt sind. Die fein gemahlenen Teilchen der Wascherde haben die Fähigkeit, sich an Schmutzpartikel anzuheften. Dadurch kann Wascherde in Verbindung mit Wasser Schmutz und Fett aus den Haaren entfernen.
Weitere Vorteile: Wascherde brennt nicht in den Augen, die Haare werden durch Wascherde nicht ausgetrocknet und dadurch wunderbar weich, Wascherde kann auch schuppige Kopfhaut beruhigen und die Haare fetten nach einigen Waschvorgängen mit Wascherde weniger schnell nach, da die Kopfhaut nicht so stark ausgetrocknet wird.

 

 

Anleitung:

Einen gehäuften Esslöffel mit Wasser zu einer dickflüssigen Masse anrühren. Die Masse wie Shampoo auf dem Haaransatz verteilen und gut einmassieren. Gründlich auswaschen.
Wer seinen Haaren noch einen letzten Schliff geben möchte, kann eine saure Rinse anschließen. Dazu einfach ein bis zwei Esslöffel Essig in einen halben Liter Wasser geben und über die Haare schütten. Durch die Säure legen sich die Haarschuppen an und die Haare werden so geglättet. Die Rinse kann in den Haaren gelassen werden, der Essiggeruch verfliegt beim Trocknen.

Bienenwachstücher – Frischhaltefolie ade

Fertige, gefaltete Bienenwachstücher. Bild: Lucia Tischer
Fertige, gefaltete Bienenwachstücher. Bild: Lucia Tischer

 

Eine Alternative zu Frischhaltefolie sind Bienenwachstücher – diese geben auch immer ein schönes und nützliches Geschenk ab oder können auch zusammen mit Kindern gemacht werden, z.B. als Aktion am Kindergeburtstag. Gekaufte Wachstücher sind oft sehr teuer – noch ein Grund zum Selbstmachen.

Für Bienenwachstücher benötigt man:

- einen Baumwollstoffrest in der gewünschten Größe

- etwas Bienenwachs (z.B. vom Imkerbedarfsladen)

- ein Wasserbad

- Pinsel

- Backpapier

- ein Bügeleisen und

- eine Bügelunterlage.

Das hört sich nach viel an, das meiste davon hat man aber meist zu Hause.

 

 

 

 

Anleitung:

1.       Das Bienenwachs im Wasserbad schmelzen, bis es flüssig ist.

2.       Den Küchentisch etc. mit einem ausreichend großen Stück Backpapier auslegen, das Papier darf ruhig ein gutes Stück größer sein als der Stoff. Den Stoffrest mittig darauflegen.

3.       Mit dem Pinsel eine dünne Schicht Wachs auf das Tuch pinseln. Am Besten geht das, wenn der Pinsel zügig wieder ins flüssige Wachs getaucht wird.

4.       Nun auch über den Stoff eine Schicht Backpapier legen und mit der Papier-Stoff-Papier Schichtung zum Bügelplatz wechseln.

5.       Mit dem Bügeleisen über das Backpapier bügeln, bis sich das Wachs nochmal vollständig verflüssigt. So kann es richtig in den Stoff einziehen. Überschüssiges Wachs mit dem Bügeleisen zur Seite streichen.

6.       Das obere Papier abziehen. Den mit Wachs getränkten Stoff an zwei Ecken nehmen und vorsichtig abziehen. Den Stoff etwas durch die Luft schwenken, bis das Wachs aushärtet und der Stoff steif wird.

7.       Nun noch überstehende Fäden am Rand abschneiden – Fertig!

 

Die Bienenwachstücher am besten mit einem feuchten Schwamm oder Wasser (ohne Spülmittel!!) abputzen da das Spülmittel das Wachs ablösen würde. Falls es das Bienenwachstuch vom Falten irgendwann brüchig werden sollte, einfach wie bei der Herstellung zwischen zwei Stücke Backpapier legen und erneut bügeln, so verflüssigt sich das Wachs erneut und verteilt sich wieder gleichmäßig.

Alternativen beim Einkaufen

Glas kann anders als Plastik zu einem sehr hohen Anteil recycelt werden. Viele Säfte, Limos und Mineralwasser aber auch Joghurts werden auch in Glasflaschen bzw. Gläsern angeboten. Plastik vermeiden ist hier also ganz leicht.

Wer öfter mal Mineralwasser in Flaschen kauft, ist das Schleppen vielleicht sowieso leid. Eventuell wäre ein Sprudelautomat ja eine gute Idee? So kann das Mineralwasser zu Hause gesprudelt werden, dadurch fällt das Schleppen weg und gleichzeitig kann Plastik gespart werden.

 

Viele Konserven wie Bohnen, Kichererbsen, Pilze oder gehackte Tomaten werden inzwischen auch in Gläsern angeboten. Zwar sind Konservendosen nicht aus Plastik, das Recycling ist aber auch bei den Dosen ein Problem. Produkte in Gläsern zu kaufen bedeutet keinen großen Mehraufwand, aber wieder einen kleinen Schritt noch vorne beim Thema Müllproblematik.

 

Will man Obst und Gemüse nicht einzeln aufs Band legen, bieten sich Obst- und Gemüsenetze aus Baumwolle an. Diese kann man in vielen Geschäften oder online kaufen, mit ein wenig Geschick aber auch ganz leicht selbst nähen.

 

In fast jeder Stadt gibt es mindestens einmal in der Woche einen Wochenmarkt mit frischem Obst und Gemüse, das meist direkt ohne Tüte oder in den mitgebrachten Beutel abgegeben wird. Positiver Nebeneffekt: man unterstützt durch den Marktbesuch auch die Landwirte aus der Region.

 

In vielen Städten gibt es inzwischen auch sogenannte Unverpackt-Läden. Der Name ist hier Programm: bis auf einzelne in Papier verpackte Ausnahmen werden alle Produkte komplett unverpackt verkauft. Man bringt einfach ein geeignetes Gefäß in den Laden mit und kann die Verpackung so ganz vermeiden. Eine Karte aller Unverpackt-Läden in Deutschland ist unten verlinkt.

 

Auch gibt es inzwischen eine ganze Reihe an einfachen Rezepten für Haushaltsprodukte wie Spülmittel, Waschmittel und Putzmittel. Eine große Auswahl an Rezepten bietet z.B. die Seite Smartikular .

 

Einfach mal stöbern! 

(Für die Inhalte oder Weiterleitung der Seiten wird keine Haftung übernommen.)

Plastikfreie Einkaufshelfer. Bild: Lucia Tischer
Plastikfreie Einkaufshelfer. Bild: Lucia Tischer

Hier nochmal in Stichpunkten:

 

 

 

- bei Säften, Joghurts und Konserven: Glas anstatt Plastik und Blech

 

- Sprudelautomat anstatt Schleppen und Plastikflaschen

 

- Obst und Gemüse in Baumwollnetze packen

 

- Wochenmärkte und Unverpackt-Läden nutzen

 

- Haushaltsprodukte selbst machen